Unten in der Stadt feiern die Einwohner den Tag der Arbeit mit Ringreiten, Pferderennen und Liedern zu Ehren des verstorbenen antikolonialen Idols Amílcar Cabral und seiner panafrikanischen Partei PAIGC.
Auch in Guinea-Bissau bereiten sich die Menschen auf ein Fest vor. Hier, wo die Menschen noch immer in Hemdsärmeln fischen, bereiten sie sich auf den alljährlichen Höhepunkt vor: den Karneval.Gemeinsam haben sich die Hände daran gemacht, durch absurde Masken und farbenfrohe Kostüme eine kulturelle, soziale und politische Welt zu erschaffen.Eine sanfte Konzentration geht von den einfachen Gipsabgüssen aus, die später im Karnevalsumzug als riesige Krokodile, Oktopusse, Sonnenblumen und Drachen zum Leben erweckt werden und sich zwischen überdimensionalen menschlichen Köpfen mit großen Nasen hindurchschlängeln.lange Kinne.
Es sind die Jahre 1979 und 1980, und fünf bzw. sechs Jahre sind vergangen, seit Kap Verde und Guinea-Bissau ihre Unabhängigkeit von der portugiesischen Kolonialmacht wiedererlangt haben, die sie mehr als 500 Jahre lang besetzt gehalten hatte.Die Stimmung ist gut und die Hoffnung blüht in den beiden Ländern, die die führende Partei PAIGC zu einer gemeinsamen Nation unter dem Namen Guinea-Kap Verde vereinen möchte.
Deshalb hat die Partei die französisch-guadeloupeanische Filmemacherin und politische Aktivistin Sarah Maldoror (1929-2020) eingeladen, die neu erlangte Unabhängigkeit der Länder von Portugal zu dokumentieren.Aus ihrem Besuch entstanden die drei Kurzdokumentarfilme „Fogo, Fire Island“, „Carnival in the Sahel“ und „Carnival in Bissau“. Drei Filme, die die sogenannte „Carnival-Trilogie“ bilden.
Die drei Filme sind musikalische Beobachtungen der Karnevalsfeierlichkeiten, Zeremonien, Demonstrationen und Rituale. Sie sind Offenbarungen: Wege, Teile von 500 Jahren der Unterdrückung zu verarbeiten.Der Volksheld Amílcar Cabral, in Guinea-Bissau als Sohn kapverdischer Eltern geboren, sah Kultur als eine Notwendigkeit für ein Volk an. Er glaubte, dass die Widerstandsfähigkeit eines Landes mit seinen kulturellen Fähigkeiten zusammenhängt.Karnevalsveranstaltungen gehören zum kulturellen Angebot, Filme zu einem anderen.
Sarah Maldoror dokumentiert aber nicht nur die Karnevalsveranstaltungen in ihren verschiedenen Phasen. Sie lässt die Filme auch Umwege machen und die Erde, den Vulkan, den Wind und die Farben einfangen.Sie dokumentiert die Entstehung des Karnevals und erschafft ihn selbst: Bild an Bild, Ton an Ton. Der Filmemacher selbst sagte einmal, man müsse stets bereit sein, das einzufangen, was sich hinter den Wolken verbirgt.Und in der Karnevalstrilogie wird uns klar, dass wir bereit sein müssen, gegen die Wolken anzukämpfen.
Fogo, Feuerinsel – Sarah Maldoror">