Københavns Museum

Stormgade 18, København V

Donnerstag 1. Dezember 2022 bis Dienstag 28. Februar 2023, 09-18.



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Stammlokale - Kopenhagens letzte Kneipen

Ein einzigartiges Stück dänischer Kultur ist im Begriff zu Verschwinden - das Stammlokal. In dieser neuen Ausstellung sehen Sie die schillerndsten Kopenhagener Kneipen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse und Kuriositäten.Verrauchte Umgebung und Sozial

Verrauchte Umgebung und Sozialamt

Ein Bier in verrauchter Umgebung wurde durch einen Cortado mit Hafermilch in einem von Kopenhagens neuen Straßencafés ersetzt, und die Rockerkutten von früher werden heutzutage von Hipster-Holzfällerhemden übertroffen. Da die Gentrifizierung in jeden Winkel der Stadt vordringt, verschwinden Kopenhagens alte Kneipen entweder oder verwandeln sich in etwas anderes. Doch für einige Kopenhagener ist das Stammlokal immer noch ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Die Kneipe dient auch als Sozialamt, ist Anlaufstelle, Familie und Zuhause.

Orte der Geschichten und Geheimnisse

Kopenhagens Kneipen sind Orte voller Geschichten und Geheimnissen, die so dunkel sind wie das trübste Bier. Aber sie sind auch voller Lachen und Leben, das an sieben Tagen in der Woche bis in die frühen Morgenstunden andauern kann. Einige Pubs haben Weihnachtsdekorationen, die sie nur ungern abnehmen wollen. Andere sind voll von Verzierungen anderer Art. Unabhängig von der Dekoration hat jede einzelne von ihnen eine Geschichte zu erzählen.

Die Ausstellung zeigt bearbeitete Auszüge und Fotos aus dem Bestseller "Stamsteder - Københavns sidste værtshuse" (Das Stammlokal - Kopenhagens letzte Kneipen). Die Buchautoren Anders Højberg Kamp und Johannes Jacobsen sowie der Fotograf Thomas Skou haben alle alten Kneipen der Stadt besucht. Das Museum hat 14 von ihnen aus 14 verschiedenen Gegenden Kopenhagens ausgewählt.

Für alle
Jung und Alt, Philosophen und Kokser, Alkoholiker und Prominente - an der Bar ist Platz für alle, egal, ob sie ihren Durst mit einem einzigen Bier löschen oder auf das Vergessen anstoßen wollen. Solange die Gäste nicht handgreiflich werden oder den schmalen Grat zwischen charmanter Beschwipstheit und der Suche nach Ärger überschreiten.

Fall: Nørrebro - einer von 14 verschiedenen Stadtteilen Kopenhagens
In Nørrebro - einem traditionellen Kopenhagener Arbeiterviertel in der Nähe des Stadtzentrums - gibt es weniger Kneipen als in den guten alten Zeiten, als es Hunderte gab. Im Zentrum von Nørrebro oder östlich des Jagtvej gibt es nicht mehr so viele, aber wenn man Richtung Westen geht, findet man immernoch zu fast ursprünglichen Zeiten zurück.

Sorte René (Dunkler René) in Nørrebro
Die Entscheidung, seine Kneipe nach René zu benennen, war für Frank eine naheliegende Entscheidung. René war Stammgast im Café Ægir, wo Frank früher als Barkeeper arbeitete.

"Er hatte einen einprägsamen Namen, aber er war in einer schlechten Verfassung. Er war ein ehemaliger Junkie und Ladendieb, also nannte man ihn Sorte René [Dunkler René], weil für ihn nicht viel Licht am Horizont zu sehen war. Er nahm zu viele Drogen, hatte nur noch einen halben Finger und hatte ein halbes Bein durch Wundbrand verloren. Die Kneipe nach ihm zu benennen, war eine Möglichkeit, ihm etwas aufzuheitern, und er kam tatsächlich zur Eröffnungsparty", sagt Frank an einem Tisch mit zwei Flaschen Carlsberg, während sich Garagenrock mit dem Lärm der Spielautomaten in der Kneipe mischt.

Es gab sogar ein Interview mit René in der Lokalzeitung. Begeistert erzählte er dem Journalisten, dass er entdeckt hatte, dass der Bus 66 direkt von ihm zur Tür der Kneipe führe, so dass er weder ein Taxi nehmen noch mit seinen Krücken dorthin gelangen müsse.

"Aber er hat diesen Bus nie wieder genommen. Das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe, war, als er dieses Interview gab. Er kam nicht mehr zurück", sagt Frank.

Franks Kumpels durften die Wände des Pubs nach Belieben dekorieren. Einmal kam jemand mit einem großen Kunstwerk aus dem Besetzten Haus im Jagtvej 69. Es hängt jetzt links vom Eingang. Frank erzählt uns auch, dass sie schon mal mit Salzsäurebomben den Fußboden in Brand gesetzt haben.

"Warum solltet ihr das in eurer eigenen Kneipe tun?"

"Nur zum Spaß. Das ist mir scheißegal. Wir mögen hier ein bisschen Action."

Foto: Thomas Skou

Eintritt: 95 kr Børn og unge under 18 år gratis

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