Trinitatis Kirke

Pilestræde 67, København K

So 10. Mai 2026, 16:00-18:00.



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Klassische Musik

Mädchenchor der Schlosskirche Kopenhagen & Fredensborg: FÜR REICH & ARME

Für Arm und Reich. Concerto Copenhagen und der Mädchenchor der Schlosskirche Fredensborg teilen eine Leidenschaft für Barockmusik und führen nun gemeinsam Werke von Vivaldi und Cozzolani unter der Leitung von Cille Buch auf.

Für Gott sind wir alle gleich, und vielleicht ist die Musik einer der Bereiche, in denen diese bekannte Aussage eine besondere Bedeutung erlangt.So war es zumindest in den italienischen Klöstern des 17. und 18. Jahrhunderts, wo sowohl arme Waisen als auch Töchter adliger Familien Musik praktizierten.Concerto Copenhagen und der Mädchenchor der Schlosskirche Fredensborg liefern hierfür Beispiele, wenn sie gemeinsam Musik von Vivaldi und Cozzolani aufführen.
Chiara Margarita Cozzolani (1602–1678) war die jüngste Tochter einer wohlhabenden Mailänder Kaufmannsfamilie und wurde im Alter von 17 Jahren in ein Kloster geschickt.Es war nicht ungewöhnlich, dass wohlhabende Familien ihre jüngsten Töchter in Klöster schickten, entweder aus religiöser Überzeugung oder weil eine Verheiratung zu teuer war.Das Kloster Santa Radegonda war für seine musikalischen Nonnen bekannt, und Cozzolani wurde während seines langen Lebens für seine Fähigkeiten als Sänger und als äußerst produktiver Komponist anerkannt.Zu ihren Werken gehört Laetatus Sum für achtstimmigen Chor und Continuo, das bei diesem Konzert in einer erweiterten Fassung mit Streichern aufgeführt wird.
Das Ospedale della Pietà war eine klösterliche Einrichtung in Venedig, die bereits im 15. Jahrhundert verwaiste und arme Mädchen aufnahm.Dies war ein Fall für die unteren Gesellschaftsschichten, aber auch hier spielte die Musik eine zentrale Rolle – nicht zuletzt während der fast 40 Jahre, in denen Antonio Vivaldi (1678–1741) mit diesem Ort verbunden war.Trotz der scheinbar begrenzten Bedingungen erreichten die Musikerinnen aus Ospedale ein außergewöhnlich hohes künstlerisches Niveau und erlangten sowohl zu ihrer Zeit als auch später große Berühmtheit.Vivaldis Gloria ist eines der bekanntesten Werke dieser Tradition und wird hier zusammen mit dem gefühlvolleren Kyrie für Chor und Orchester aufgeführt.
Unabhängig von der Herkunft – ob aus reichem oder armem Hause – ist Musik für alle da. Das war im barocken Italien selbstverständlich, und hoffentlich gilt das auch heute noch.